Tränende Augen: Wenn die Tränen kullern

Wir weinen nicht nur, wenn wir traurig sind. Tränen fließen auch beim Lachen oder beim Zwiebeln schneiden. Das Auge produziert dabei zwei verschiedene Arten von Tränen: Emotionale Tränen sind wässriger als die Gleitflüssigkeit, die jeder Lidschlag auf der Augenoberfläche verteilt. Diese aus wässrigen und fetthaltigen Bestandteilen zusammengesetzte Tränenflüssigkeit ist essenziell, um die Zellen der Augenoberfläche, insbesondere der Hornhaut, mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen und die Reibung der Augenlider auf der Augenoberfläche zu senken.
Wenn die Augen ohne einen offensichtlichen Grund sehr häufig und übermäßig stark tränen, kann dies ziemlich lästig sein – nicht nur, weil beispielsweise die Wimperntusche verläuft, auch die Sicht wird dadurch behindert. Darüber hinaus ist es schlichtweg unangenehm, wenn die Augen in unpassenden Momenten feucht werden. Das Tränen der Augen wird auch als Tränenträufeln oder Epiphora bezeichnet. Tränende Augen können auf verschiedene Krankheiten und Beschwerden hinweisen – das trockene Auge ist eine davon.

Tränende Augen: Augentrockenheit kann die Ursache sein

Trockene Augen können eine Ursache für tränende Augen sein – eine Tatsache, an die man bei der Ursachensuche dafür nicht sofort denken würde. Dass die Tränen fließen, kann dabei zweierlei Gründe haben: Eine zu große Menge an Tränenflüssigkeit oder eine falsche Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit. Dann spülen die wässrigen Tränen den fetthaltigen Gleitfilm aus dem Auge, sodass man trotz des heftigen Tränenflusses vom trockenen Auge spricht.

Erhöhte Tränenproduktion

Bei tränenden Augen kann die Menge der produzierten Tränenflüssigkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu groß sein. Der Grund hierfür: Ist die Hornhaut aufgrund des trockenen Auges nicht ausreichend mit Flüssigkeit benetzt, entsteht durch das Öffnen und Schließen der Lider Reibung auf der Augenoberfläche. Darauf reagieren die Tränendrüsen, indem sie mehr Tränen bilden, um den Feuchtigkeitsmangelauszugleichen. Die Augenoberfläche bzw. der Bindehautsack kann jedoch nur eine bestimmte Menge an Flüssigkeit aufnehmen und halten. Ist das angesammelte Volumen zu groß, läuft die überschüssige Tränenflüssigkeit über die Lidkante. In diesen Fällen ist die Anpassung der Tränenproduktion an den tatsächlichen Tränenbedarf gestört.

Falsche Tränenzusammensetzung

Andererseits kann auch eine falsche Tränenzusammensetzung für einen instabilen Tränenfilm und Tränenträufeln verantwortlich sein.

Der Tränenfilm benetzt die Oberfläche unserer Augen und ist – vereinfacht beschrieben – aus drei Schichten aufgebaut. Direkt auf der Augenhornhaut liegt eine dünne Schleimschicht, die sogenannte Muzinschicht, die die gesamte Augenoberfläche bedeckt. Sie bewirkt, dass die Flüssigkeit auf dem Auge haften bleibt, nicht abperlt und sich gleichmäßig verteilt. Darauf befindet sich eine dickere, wässrige Tränenschicht. Die Grenzfläche des Tränenfilms zur Umgebungsluft bildet eine obere, fetthaltige Phase. Diese dritte Schicht sorgt für die Stabilität des Flüssigkeitsfilms, sodass er nicht so leicht abfließt oder verdunstet.

Enthält die Tränenflüssigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht die richtige Zusammensetzung, ist es möglich, dass die drei Schichten der Augenbenetzung nicht stabil zusammenhalten. Vor allem bei Störungen der fetthaltigen Schicht ist dies der Fall. Die Fette des Tränenfilms werden in bestimmten Drüsen in den Lidkanten gebildet, den sogenannten Meibomdrüsen. Arbeiten diese Drüsen nicht richtig, wird nicht genug Fett an den Tränenfilm abgegeben und tränende Augen können das Ergebnis sein.

Die Gründe für eine Benetzungsstörung des Auges sind vielfältig. Beispielsweise wird bei der Bildschirmarbeit die Lidschlagfrequenz verringert, wodurch das Auge nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt wird. Der Tränenfilm verdunstet und reißt auf, wodurch das Auge gereizt wird und sich entzündet. Unser Nervensystem reagiert auf diese Störung mit einer vermehrten Tränenproduktion, es kommt zu tränenden Augen.
Aber auch die Einnahme verschiedener Medikamente kann zu trockenen, tränenden Augen führen – dazu zählen beispielsweise verschiedene Psychopharmaka, Antihistaminika, Betablocker und orale Verhütungsmittel.

Augentrockenheit äußert sich nicht nur durch tränende Augen. Auch ein Jucken, Brennen oder Kratzen im Auge sowie ein Druck- oder Fremdkörpergefühl können Symptome des trockenen Auges sein. Geschwollene, verklebte Lider, Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit und Schmerzen deuten ebenfalls auf trockene Augen hin.
 

Andere Ursachen für tränende Augen

Neben trockenen Augen kann ein Tränenträufeln auch andere Ursachen haben. Werden die Augen beispielsweise durch verschiedene Umwelteinflüsse oder Fremdkörper gereizt, reagieren sie ebenfalls mit einer erhöhten Tränenproduktion, um eventuelle Reizstoffe aus dem Auge zu spülen. Dies kann beispielsweise bei einer Reizung durch Staub, trockene Luft, Fusseln oder Härchen der Fall sein. Auch bei Unverträglichkeiten und Allergien spielt dieser Mechanismus eine große Rolle: Das Auge reagiert auf eigentlich harmlose Substanzen wie beispielsweise Pollen mit der Produktion großer Tränenmengen.

Schließlich können auch verschiedene Krankheiten wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenprobleme oder Rheuma sowie Verletzungen zu tränenden Augen führen. Augenentzündungen der Hornhaut oder Bindehaut oder Nasennebenhöhlenentzündungen gehen häufig mit Tränenträufeln einher. Auch bei Störungen des normalen Tränenabflusses kann es zu Tränenträufeln kommen. Sind die Gesichtsnerven gelähmt, beispielsweise nach einem Schlaganfall, kann der Lidschlag behindert sein, was ebenfalls zu einer vermehrten Tränenproduktion führen kann.
 

Tränende Augen: Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Leiden Sie über einen längeren Zeitraum hinweg ohne erkennbaren Auslöser unter tränenden Augen oder ist die Tränenproduktion sehr stark, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Er wird die Ursache für die tränenden Augen abklären und Ihnen eine geeignete Behandlung empfehlen. Warten Sie mit dem Arztbesuch nicht zu lange: Durch die tränenden Augen können unabhängig vom Auslöser langfristige Schäden entstehen. Auch die Sehkraft kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ihr Augenarzt wird zunächst Ihre Krankengeschichte erfassen und dann Ihre Augen untersuchen: Der Zustand der Tränendrüsen, der Bindehautsäcke und des Lides sowie die Lidstellung und die Lidbeweglichkeit können Aufschluss über zugrundeliegende Erkrankungen geben. Außerdem werden die Menge und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit gemessen. Reizungen sowie bakterielle oder virale Infektionen des Auges wie beispielsweise eine Bindehautentzündung werden meist mit Medikamenten behandelt, während Lidfehlstellungen und Fehlfunktionen des Tränenapparates häufig operativ korrigiert werden müssen. Ist zunächst keine Ursache für die tränenden Augen erkennbar, wird versucht, mit Augentropfen die Symptome zu mildern.
 

Präparate gegen tränende Augen

In vielen Fällen steckt das Sicca-Syndrom, das trockene Auge, hinter der erhöhten Tränenproduktion. Diese Erkrankung, die fachsprachlich Keratoconjunctivitis sicca genannt wird, gehört zu den häufigsten Diagnosen in der augenärztlichen Praxis: Etwa 15-20 Prozent aller Deutschen leiden an trockenen Augen. Hier können Augenbefeuchtungsmittel helfen, um die Benetzungsstörung des Auges auszugleichen. Die Augentropfen stabilisieren den Tränenfilm und bringen dadurch die gestörte Tränenproduktion wieder ins Gleichgewicht, die übermäßige Tränenproduktion wird gestoppt.

Erhältlich sind verschiedene Salben, Gele und Tropfen, die direkt auf das Auge gegeben werden. Für Patienten, die nur gelegentlich unter trockenen und tränenden Augen leiden, beispielsweise bei konzentrierter Bildschirmarbeit, starkem Wind oder Zugluft, sind Augentropfen niedrigerer Viskosität, wie HYLO-FRESH® zu empfehlen. Ist die Tränenproduktion dauerhaft stark erhöht, sind dickflüssige Mittel wie HYLO GEL®besser geeignet. Grundsätzlich, aber besonders für Allergiker und Kontaktlinsenträger sollten es Augentropfen sein, die ohne Konservierungsstoffe auskommen. Gut zu wissen: Alle Produkte der HYLO® Familie sind konservierungsmittelfrei.
 

Das können Sie selbst gegen tränende Augen tun

Um schwerwiegende Allgemeinerkrankungen auszuschließen und Folgeerscheinungen zu vermeiden, sollten Sie die Ursache für Ihre tränenden Augen von einem Arzt abklären lassen. In vielen Fällen werden Umweltfaktoren als Auslöser für die trockenen, tränenden Augen ausgemacht, die Sie selbst beheben können. Sorgen Sie beispielsweise für ein angenehmes Raumklima, indem Sie regelmäßig lüften und Luftbefeuchter benutzen. Vermeiden Sie Zugluft und stellen Sie Klimaanlagen und Autogebläse ab. Raucher sollten den Zigarettenkonsum aufgeben oder zumindest stark einschränken. Wer am Computerbildschirm arbeitet, sollte regelmäßig kleine Pausen einlegen und bewusst häufiger blinzeln, um genügend Tränenflüssigkeit zu erzeugen.

Auch allgemeine Gesundheitsratschläge können helfen, um die Symptome der trockenen und tränenden Augen zu mildern: Achten Sie auf genügend Schlaf und eine gesunde Ernährung. Nehmen Sie ausreichend alkohol- und koffeinfreie Flüssigkeit zu sich und bewegen Sie sich an der frischen Luft.
 

Tränende Augen bei Kontaktlinsenträgern

Kontaktlinsenträger sind relativ häufig vom Sicca-Syndrom betroffen, da die Kontaktlinsen die Augenoberfläche reizen können. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, ob Sie auf eine andere Linsenart, also weiche oder harte Kontaktlinsen, umsteigen sollten. Achten Sie außerdem auf eine optimale Hygiene und wechseln Sie gegebenenfalls das Pflegemittel. Zudem kann es sinnvoll sein, die Tragedauer der Kontaktlinsen zu verringern. Grundsätzlich eignen sich die HYLO® Produkte hervorragend zur Nachbenetzung bei Kontaktlinsen.

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