Trockene Augen: Mögliche Ursachen

Unsere Augen reagieren empfindlich auf Umweltreize oder Erkrankungen. Viele Menschen spüren das gelegentlich oder sogar täglich an geschwollenen, brennenden oder geröteten Augen. Trockene Augen (medizinisch Sicca-Syndrom) können aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen. Hier erhalten Sie einen Überblick, welche die häufigsten Ursachen für trockene Augen sind.

Zu wenige Tränen: Ursachen für trockene Augen

Die Augenoberfläche wird durch einen Tränenfilm geschützt, der unter anderem dafür sorgt, dass die Augen nicht austrocknen. Bei trockenen Augen ist die Befeuchtung der Augen vermindert und die Augenoberfläche somit ungeschützt vor Umweltreizen. Den Abtransport von Staubpartikeln oder Krankheitserregern kann das trockene Auge kaum mehr bewältigen. Auch werden die Zellen der Augenoberfläche nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Der Betroffene bemerkt, dass die Augen brennen und jucken, manche haben das Gefühl von Sand in den Augen.

Eine verminderte Befeuchtung der Augenoberfläche entsteht entweder, weil die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit produzieren oder weil die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist. Letzteres führt dazu, dass die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet, eine trockene Augenoberfläche ist die Folge.

Beide Ursachen für trockene Augen können durch unterschiedlichste Auslöser entstehen, die im Folgenden aufgeführt werden.

Umwelteinflüsse

Feinstaub, trockene Luft in klimatisierten Räumen oder stundenlanges Blicken auf den Bildschirm sind Umweltreize, auf die das Auge mit Trockenheit reagiert. Die Erscheinung der durch die intensive Tätigkeit am Bildschirm entstehenden trockenen Augen wird als sogenanntes Office-Eye-Syndrom umschrieben. Das Problem: Während der Bildschirm fixiert wird, blinzeln die Augen deutlich seltener als es notwendig ist. Der Tränenfilm reißt auf und die Beschwerden entstehen.

Augenentzündungen

Entzündete Augen neigen dazu, schnell auszutrocknen. Am häufigsten sind davon die Hornhaut, die Bindehaut und das Augenlid betroffen. Durch die Entzündung sind die Augen stark gereizt. Trockene Augen wiederum begünstigen eine Augenentzündung, da Krankheitserreger leichter in die Augen eindringen können.

Fehlsichtigkeit

Sehschwächen lösen zwar keine trockenen Augen aus, jedoch können bestimmte Verhaltensmuster, die bei einer Sehschwäche auftreten, dazu führen. Menschen mit einer Sehschwäche strengen ihre Augen beim Lesen oder Autofahren meist viel mehr an. Das führt dazu, dass sie das Blinzeln vergessen, so dass die Augenoberfläche nicht mehr regelmäßig mit neuer Tränenflüssigkeit benetzt wird.

Um die Sehschwäche auszugleichen, werden gerne Kontaktlinsen getragen. Da diese aber ebenso den Tränenfilm beeinträchtigen, können sie Ursache dafür sein, dass die Augen trocken werden.

Allergien

Allergien gegen Pollen (der sogenannte Heuschnupfen), Tierhaare oder der Kot der Hausstaubmilbe äußern sich oft in einer laufenden Nase und roten, geschwollenen Augen. Die Allergieauslöser, auch Allergene genannt, führen zu einer Immunreaktion in den Augen. Die Augen tränen häufig, fühlen sich aber gleichzeitig trocken an.

Krankheiten und Medikamente

Stoffwechselerkrankungen, wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Erkrankungen der Schilddrüse, führen zu unterschiedlichen Symptomen am ganzen Körper. Die Augen werden oft trocken, da die Tränenproduktion infolge der Erkrankung abnimmt. Weiterhin kann Rheuma zu ausgeprägten Beschwerden des trockenen Auges führen. Eine rheumatische Erkrankung, die die Schleimhäute der Augen direkt betrifft, ist das Sjögren-Syndrom.

Bestimmte Medikamente können trockene Augen als Nebenwirkung verursachen. Betablocker, die Antibaby-Pille oder Antihistaminika sind nur drei Beispiele aus einer Reihe von Arzneimitteln, die bei regelmäßiger Einnahme für trockene Augen sorgen können.

Verletzungen am Auge, beispielsweise durch eine Augenoperation, können ebenfalls Ursache dafür sein, dass die Tränenproduktion gestört ist.

Hormonumstellungen

Im Laufe des Lebens verändert sich der Hormonhaushalt stetig. Vor allem Frauen erleben zuweilen starke Veränderungen ihres Hormonhaushalts. Eine Schwangerschaft sowie die Wechseljahre sind zwei der größten Umbruchphasen. In dieser Zeit leiden viele Frauen unter trockenen Augen, da das weibliche Hormon Östrogen einen großen Einfluss auf die Tränenproduktion hat.

Auch im Alter werden die Augen aufgrund von Veränderungen im Hormonhaushalt und dem gehäuften Auftreten von bestimmten Erkrankungen zunehmend trockener.

Lesen Sie weiter, wie trockene Augen diagnostiziert werden und wie Sie Ihre trockenen Augen behandeln können.

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